Vogt
Definition:Ursprünglich der weltliche Vertreter von Geistlichen, Kirchen, Klöstern etc., der diese in weltlichen Angelegenheiten, z. B. vor Gericht, nach außen vertrat. Der Vogt (von lateinisch advocatus: „Sachwalter) verwaltete das Kirchengut und die weltlichen Rechte der kirchlichen Institute. Nachdem den Kirchen vor allem seit der Karolingerzeit Immunitätsrechte verliehen worden waren und sie dadurch selbst Gerichtsherren mit zum Teil Hochgerichtsbarkeit geworden waren, benötigten sie zu deren Ausübung weltliche Vertreter, da ihnen die ausübung der Blutsgerichtsbarkeit untersagt war. Auch in der Reichsverwaltung gab es Vögte mit unterschiedlich Aufgaben. Es handelte sich um Verwaltungsbeamte, die häufig gleichzeitig mit richterlichen Funktionen ausgestattet waren und meist kleine Amtsbezirke betreuten. Über größere Gebiete wurden Land- oder Reichsvögte gesetzt, die gleichsam als Stellvertreter des Königs fungierten. Seit dem 14. Jahrhundert wurde auch dieses Amt erblich, und die Vogteiverfassung zerfiel. Ausübender des Blutsgerichts.